Im ersten Monat nach Inkrafttreten des neuen Gesetzes zur Homopartnerschaft haben 76 Paare in ganz Österreich ihre Beziehung offiziell besiegelt. Es gibt gravierende Unterschiede nach Bundesländern.Wien als Spitzenreiter
Bei den 76 "Verpartnerungen", wie die Homopartnerschaften offiziell heißen, machten 58 schwule und 18 lesbische Pärchen ihre Beziehung offiziell. Die meisten Verpartnerungen wurden mit 43 in der Bundeshauptstadt eingetragen.
In Niederösterreich entschlossen sich 13 Paare zum Bund fürs Leben, in der Steiermark acht. Darauf folgen Kärnten mit fünf, Oberösterreich mit vier und Tirol mit zwei Zeremonien. In Salzburg entschloss sich überhaupt erst ein Paar zu diesem Schritt.
Vorarlberg und Burgenland als Schlusslicht
In Vorarlberg und dem Burgenland wurde umgekehrt noch keine einzige Eingetragene Partnerschaft registriert, geht aus einer internen Erhebung des Innenministeriums hervor.
Städtisches Phänomen
Der Großteil der Eingetragenen Partnerschaften wird in Städten geschlossen. Von den fünf "Verpartnerungen" in Kärnten etwa gab es vier am Magistrat in Klagenfurt und eine in Villach. In Niederösterreich wurden allerdings auch die Bezirkshauptmannschaften etwa in Gmünd, Hollabrunn und Bruck an der Leitha konsultiert.
Rechtskomitee will vor VfGH ziehen
Auch das Rechtskomitee Lambda, das sich für die Rechte Homosexueller einsetzt, zog am Montag eine erste Zwischenbilanz zu den Erfahrungen mit der "Verpartnerung". Den überschaubaren Andrang erklärte Lambda-Präsident Helmut Graupner auch mit der wenig attraktiven Jahreszeit für eine solche Zeremonie.
Außerdem glaubt Graupner, dass weit mehr Paare ihre Beziehung offiziell machen würden, wenn die "Regelung besser" wäre. Die heimische Regelung sei zum Teil von reiner "Bosheit" gegenüber Homosexuellen getragen. Graupner will das Gesetz deshalb auch vor den Verfassungsgerichtshof (VfGH) bringen.
Gesetz gleichheitswidrig?
Graupner will unter anderem erreichen, dass Homosexuelle doch zu einem Recht auf eine Zeremonie auf dem Standesamt oder - wie Hochzeitspaare - an einem Ort ihrer Wahl kommen. Außerdem will er den Nachweis erbringen, dass das Gesetz gegen den Gleichheitsgrundsatz verstößt.


































